Rezensionen „Shirley Valentine“:

 

Alfelder Zeitung

Reflexionen über ein nur halb gelebtes Leben

.....Ute Könneke zeigte in ihrem zweistündigen Soloauftritt eine schauspielerische Spitzenleistung. Eindrucksvoll gelingt ihr mit ausdrucksvoller Gestik und sensiblem Mienenspiel der Balanceakt zwischen Komik und Poesie.

Ute Könneke spielt sensibel und rasant zugleich, voller Selbstironie aber auch melancholisch und zornig. Mit ihrer hervorragenden Sprechkultur und großer Wandlungsfähigkeit fesselt die Schauspielerin ihr Publikum und stürzt es gleichsam in ein Wechselbad zwischen Weinen und Lachen.

Ute Könneke erarbeitete das Stück in Eigenregie. Assistiert wird sie von ihrem Mann Rolf Könneke, der mit seiner einfühlsamen Gitarrenmusik den Theaterabend begleitete. Petra Meyfarth.

 

Schwarzwälder Bote:

Albstadt. …Eine Spülschüssel und eine Kochplatte, schon ist die Einbauküche präsent, und Rolf Könneke ersetzt mit Gitarrenspiel den Vorhang zwischen den einzelnen Bildern.

Ein Ein-Personen-Stück, dessen äußere Handlung nur darin besteht, dass Shirley Gläser abtrocknet oder einen Gartenstuhl umkreist. Dennoch wird es keine Minute langweilig. Shirley ist auf der Suche nach sich selbst, ...

...Ausdrucksstark und lebendig zeichnet Ute Könneke diese Entwicklung in fiktiven Dialogen, bei denen die Gegenspieler tatsächlich auf der Bühne zu agieren scheinen, und in Shirleys zweifelnden oder hoffnungsvollen Selbstgesprächen. Glaubhaft verwandelt sie die ältliche, glanzlose „heilige Johanna der Einbauküche“ in eine lebensfrohe, strahlende Frau.

Ein spannender und kurzweiliger Theaterabend dank einer hervorragenden Schauspielerin, der der lange Beifall des zahlreichen Publikums, übrigens in der Mehrzahl weiblich, in einem „echten“ Theater viele Vorhänge beschert hätte.

 

Rottweil. Theater im Badhaus.

Variabel und mit feinem Gespür für die Pointen. Von Christoph Holbein (sb)

…Sie ist sie, die kompletten zwei Stunden auf der Bühne im Rottweiler Theater im Badhaus, mit Haut und Haaren, mit jeder Faser ihres Körpers, ihres Herzens, ihrer Seele, ihres Verstandes: jene „Frau mittleren Alters, deren Leben keine Perspektive mehr zu haben scheint“, die aus ihrem Hausfrauen- und Eheleben ausbricht, jene „heilige Johanna der Einbauküche“, die schließlich mit einer Freundin nach Griechenland reist und sich selbst findet. Die Freudenstädter Schauspielerin Ute Könneke ist „Shirley Valentine“, jene Figur, die der 1947 in der Nähe von Liverpool geborene Willy Russell, „unbestritten einer der erfolgreichen zeitgenössischen Autoren“, in seiner Komödie geschaffen hat.

Im sparsamen Bühnenbild, das sie organisch nutzt, der Sprache und dem Humor Russels Raum zu geben, Zäsuren genau setzend, die Tempi variierend, die Pausen ausspielend, mit den wenigen Requisiten, die sie harmonisch in die Dramaturgie einwebt, ist Ute Könneke sofort voll da, präsent, konzentriert. Mit ihrer fein artikulierten, sehr deutlich punktierten Aussprache trifft sie diesen ironisch-sarkastischen Unterton, arbeitet die Nuancen heraus und zelebriert die Pointen punktgenau. Mitunter herrlich naiv, untermalt von ihrer beredten Mimik, variabel, die Gestik austarierend, offenbart sie viel Gespür für diesen britischen Humor, spielt die Stimmungen aus, bringt auch die leisen Töne.

Der einsam-monologische Dialog mit der Küchenwand ist durchdacht komponiert: reagieren, widersprechen, zugestehen, antworten, fragen, erzählen. Ute Könneke beherrscht die gesamte Bandbreite der Betonung, baut Spannung auf und kostet sie aus mit viel Drive und Power, wechselt die Tempi vom Stakkato der Worte und Sätze zur erholsamen Ruhe und zurück. Da kommen auch die verzweifelten, ernsten, stillen Sequenzen glaubwürdig, faszinieren die Stimmungswandel, dramaturgisch fein gezeichnet, ohne aufgesetzt zu sein.

Und sehr schön ist, dass es niemals umkippt, immer Komödie bleibt, dass immer, wenn es droht, zu dramatisch, zu theatralisch, zu pathetisch zu werden, zu ernsthaft, Russell mit einem witzigen Bonmot aufwartet und Ute Könneke es versteht, zielgerecht darauf hinzuspielen.

Es gelingt ihr, den Spannungsbogen zu halten, kurzweilig, kokett, glaubhaft, intensiv. …Ute Könneke bietet zwei Stunden lang eine äußerst farbenfrohe Palette, ein großes Spektrum ihrer Darstellungskunst: à la bonneheure!

 

Langenhagener „Echo“.

Publikum feierte Ute Könneke als „Shirley Valentine“

…Knapp zwei Stunden überzeugte Ute Könneke im Rathaus bei ihrem Gastspiel mit „Shirley Valentine“. Von Anfang an wusste sie die Zuschauer mit ihrem heiter-melancholischen Monolog zu fesseln. Temperamentvoll und in rasantem Tempo gab sie „Shirley“ nicht nur Lebendigkeit, sondern ließ das Publikum eintauchen in die Träume der nachdenklichen Hauptfigur.

Ein Wechsel aus spontanem Szeneapplaus und absoluter Stille im Saal bestätigten der Solo-Darstellerin eine faszinierende, niemals langatmige Interpretation der Rolle. Die aus Freudenstadt stammende Könneke bekam schon im Alter von 13 Jahren Schauspielunterricht, und an ihrem späteren Studium „Sprecherziehung und Dramaturgie“ ließ sie in Langenhagen keine Zweifel: zu authentisch und glaubwürdig offerierte sie den mehrstündigen, umfangreichen Text, die sensible Mimik und die facettenreichen Gesten. Willy Russell's Stück ist eine realistische Ein-Frau-Komödie.

 

Schwarzwälder Bote

Ute Könneke fesselt in Bad Rippoldsau als „Shirley Valentine“

Bad Rippoldsau-Schapbach.(sb). Mit Begeisterung feierte das Publikum Ute Könneke bei ihrem Gastspiel mit „Shirley Valentine“ in der Klinik Bad Rippoldsau.

Von Anfang an verstand sie es, mehr als 200 Zuschauer über einen Zeitraum von zwei Stunden mit ihrem komödiantischen Spiel zu fesseln. Die temperamentvollen Bilder, gespickt mit Wortwitz und feinsinnigem Humor, aber auch bewegenden und anrührenden Passagen, verstand sie prachtvoll in Szene zu setzen.

So folgte das Publikum fasziniert dem beeindruckenden Monolog der Shirley, in dem sich so mancher wiederfand, und dankte mit häufigem Szenenapplaus.

Mit Talent und großer Modulationsfähigkeit machte Ute Könneke alles sichtbar: Shirleys Alltag, Erinnerungen, ihre Träume und ihren Ausbruch nach Griechenland, und das in rasantem Tempo. Einfühlsame und treffende Musik von Rolf Könneke stimmte die Zuschauer auf die wechselnden Bilder ein. Der stürmische Schlußapplaus des Publikums belohnte die Schauspielerin.

 

Schwarzwälder Bote v. 10.7.99 (Carola Oest)

Gefesselt bis zum Schluß

Ute Könneke glänzt erneut in der Rolle der „Shirley Valentine“

Freudenstadt. Mit Bravour spielte Ute Könneke ihr Einfrauenstück „Shirley Valentine“, das im Jahr 1989 Premiere in Freudenstadt hatte und später als Gastspiel in meheren Städten in Deutschland große Erfolge verzeichnen konnte.

Was es bedeutet, alleine über zwei Stunden auf den Brettern zu stehen, und die Zuschauer dabei vom ersten bis zum letzten Satz zu fesseln, kann bestenfalls ein Schauspieler ermessen, der es versucht hat. Freudenstadt kann stolz darauf sein, ein Talent wie Ute Könneke zu besitzen.

Wenn man Ute Könneke auf der Bühne sieht, denkt man an Giulietta Masina, die italienische Schauspielerin und Ehefrau des Meister-Regisseurs Federico Fellini. Auch die Masina blieb in jeder Rolle ein Clown, ein weiblicher Chaplin, und diesen Eindruck kann man bei Ute Könnekes Auftritten auch gewinnen. Sie spielt Shirley Valentine, nein, sie lebt diese liebenswerte Person für zwei Stunden so echt und glaubhaft, daß man Verständnis dafür hat, wenn sie aus dem Alltagstrott einer festgefahrenen Ehe ausbrechen möchte.

Man möchte sie aber auch bewahren vor dem Leben jenseits dieser Einbauküchenwand, die ihr doch einen gewissen Schutz bietet, und in die sie doch zurückkehren muß nach einigen glücklichen Wochen in Griechenland. Wie ein Gaukler vermittelt Ute Könneke die Illusion, neben ihr zu stehen, alles mit ihr zu erleben, und um sie zu zittern. Und das gerade dann, wenn sie ihr Leben anscheinend so forsch und burschikos in die Hand nehmen will, um endlich so zu leben, wie sie es verdient hätte, gelebt zu haben.

Freudenstadt (kp)

Da ist sie also wieder- "Shirley Valentine" in Freudenstadt. Immerhin war "Shirley" - die Premiere lief im Mai 1988 damals im Kleinen Kursaal - elf Jahre hier nicht mehr zu sehen - zumindest nicht als "Neubearbeitung". Doch spricht man hier von "Shirley Valentine", so fällt automatisch ein Name: Ute Könneke.

...Ute Könneke füllt ihre 1999er "Shirley" mit Leben an, das förmlich übersprudelt voller extrovertierter Einfälle. Und das ist jetzt die reifere Ute, die die Lebensphilosophie ihrer "Shirley" sehr sensibel wiedergibt. Einmal die quicklebendige, dann aber auch, oft nur in Kurzszenen, die nachdenkliche Hauptfigur. Und, man darf feststellen: Nicht eine einzige Stelle im Stück wirkt "gestelzt"...

...Wieder zurück in die Heimat? Wieder zurück in die Küche und zu ihrem Ehemann? Nein, Joe bekommt nicht mehr die Frau von einst, sondern die, die sie früher einmal war: Shirley Valentine.

Gefeiert wurde am vergangenen Donnerstag und Freitag eine strahlende Ute Könneke.

Weitere Rezensionen der letzten Jahre:

...Ute Könneke zeigte in einer schauspielerischen Glanzleistung in einem etwa zweistündigen Soloauftritt eine Glanzrolle, wie sie sich jeder einmal - der solistische Ambitionen spürt - wünscht...

...Die Premiere von Shirley Valentine wurde....zum Fest, bei dem Solo-Darstellerin Ute Könneke abschließend mit Bergen von Blumen bedacht wurde. Verdient hatte sie es reichlich: Der umfangreiche Text des fast zwei Stunden dauernden Stücks wurde mit flottem Elan geboten, rasant und nie langweilig. Kein Wunder, daß es hinterher auch minutenlangen Schlußapplaus gab...

...blühen in Freudenstadt manch große Talente, auf die man stolz sein darf:...Zu ihnen gehört mit in die erste Reihe Ute Könneke in ihrer Eigenschaft als hochbegabte und sensible Schauspielerin...Sie beherrscht alle Töne und Facetten der Schauspielkunst: eine hervorragende Sprechkultur mit großer Modulationsfähigkeit, schöne, ausgeglichene Gestik undeinen Reichtum an mimischen Möglichkeiten, der einen bewundernd staunen lässt...wer wäre da nicht angerührt und begeistert...

Schwarzwälder Bote, Freudenstadt

...Knapp zwei Stunden lang entlässt Ute Könneke, sich in einem Mammutpensum an Text und Gesten, Facetten und Zwischentönen steigernd, das Publikum nicht einen Augenblick aus der heiteren Spannung dieses fesselnden Monologs zwischen Weinen und Lachen...

...Eine überaus sympathische Frau, diese Shirley Valentine - und ebenso sympathisch, glaubwürdig, authentisch vermittelt von Ute Könneke aus Freudenstadt...Ute Könneke war Shirley Valentine, wie sie natürlicher, echter, kaum vorstellbar ist. Mit lang anhaltendem Beifall dankte ein angenehm berührtes Publikum...

Schwarzwälder Bote, Nagold

Was für eine Leistung, was für eine Frau: Allein war Ute Könneke zwei Stunden auf der Bühne, um einen - mit gefühlvollen Passagen ebenso wie mit lebhaften Höhepunkten gespickten - Text ...so mit Leben zu füllen, daß die Zuschauer im ausverkauften Kuhaus-Studiotheater daran teilhaben konnten...Über die lange - und viel zu kurze - Distanz von 120 Minuten vollbrachte Ute Könneke als Shirley Valentine das Kunstwerk, bei jedem einzelnen Zuschauer die Phantasie anzuregen, fast ohne jedes Hilfsmittel auf der Bühne Bilder entstehen zu lassen...

Westfälischer Anzeiger, Hamm

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